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Wertpapierkredite: Zusätzliche Liquidität dank eigenem Portfolio

Wertpapierkredite: Zusätzliche Liquidität dank eigenem Portfolio

Alessia Pewnew
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Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Wertpapierkredit beleiht die persönlichen Wertpapiere, dadurch profitieren Sie von niedrigen Zinsen und schnellen Bewilligung.

  • Der tatsächliche Kreditrahmen bemisst sich an den aktuellen Kurswerten und schwankt täglich.

  • Wird das Kreditlimit ausgereizt oder überzogen, fallen Überziehungszinsen an bzw. müssen Sie Wertpapiere verkaufen oder Geld nachschießen.

  • Ihnen wird nur der variable Sollzins berechnet; Sie können flexibel Zeitpunkt und Höhe der Ratenzahlungen bestimmen.

  • Ein Lombardkredit kann frei genutzt werden, ein Kontokorrentkredit hingegen dient nur der Kontoüberziehung beim Wertpapierkauf.

Wertpapierkredite sind eine praktische Möglichkeit, um mit eigenen Aktien fernab „klassischer“ Kreditmöglichkeiten mehr finanziellen Spielraum zu erlangen. Sie können mit einem Effektenkredit weitere Aktien auf Kredit kaufen, finanzielle Engpässe überbrücken oder sich gar Depot-fremde Wünsche erfüllen. Doch ein Kredit auf Wertpapiere ist nicht ohne Risiko.

Worauf Sie vor dem Abschluss eines Wertpapierkredites achten müssen und welche Chancen sich Ihnen bei den einzelnen Kreditgebern bieten, zeigen wir Ihnen in diesem umfangreichen Ratgeber.

Wertpapierkredit Vergleich: Effektenkredit-Angebote in der Übersicht (04/2025)

Ein Effektenlombardkredit ist eine sehr gute Möglichkeit, schnell und einfach den eigenen finanziellen Spielraum für mehr Investitionen zu erhöhen – ganz ohne den Verkauf von eigenen Aktien oder komplizierten Kreditanfragen.

Doch nicht jeder Depotanbieter vergibt auch einen Wertpapierkredit. Welcher Broker Ihnen diesen zusätzlichen Handelsspielraum mit einem Lombardkredit bietet, erfahren Sie in dieser Übersicht:

Hinweis Icon

Hinweis: Bitte beachten Sie, dass dieser Vergleich keinen kompletten Marktüberblick darstellt.

Wertpapierkredit einfach erklärt

Bei einem Wertpapierkredit bzw. Wertpapierdarlehen werden die eigenen Wertpapiere im Depot verpfändet.

Das Portfolio dient also als hinterlegte Sicherheit für die Finanzierung. Das bietet dem Bankinstitut zum einen mehr Sicherheiten und ermöglicht Ihnen als Kreditnehmer niedrigere Zinsen und weniger Gebühren als bei anderen Kreditformen als dem Dispo beim Girokonto.

Ein Kredit auf Wertpapiere bietet eine hohe finanzielle Flexibilität, da er kurzfristig verfügbar ist und weniger Überprüfung seitens der Bank benötigt.

Der gebilligte Kreditrahmen ist abhängig von den im Aktiendepot befindlichen Assets, besser gesagt vom Beleihungswert, der bis zu 90 % des Kurswertes Ihrer Wertpapiere ausmachen kann.

Auch die Gebühren und Rückzahlungsmodalitäten sind sehr übersichtlich gestaltet: Sie zahlen lediglich einen meist variablen – aber verhältnismäßig günstigen – Zinssatz, der Ihnen monatlich oder quartalsweise berechnet wird. Es fallen dabei aber keine festen Tilgungsraten an. Vielmehr können Sie selbst bestimmen, wann Sie Tilgungen in welcher Höhe zahlen wollen.

Aber: Reizen Sie den Kreditrahmen vollständig aus oder überziehen ihn, sind Sie zum Ausgleich verpflichtet! Kommen Sie dem nicht nach, kann das Bankhaus zur Tilgung der Schulden jederzeit die vorhandenen Wertpapiere verkaufen.

Was ist ein Wertpapierkredit?

Ein Wertpapierkredit ist eine praktische und meist unkomplizierte Möglichkeit, kurzfristig mehr Geldmittel zu erhalten und die eigene Liquidität zu erhöhen. Dabei werden Aktien und andere Assets aus dem eigenen Aktiendepot verpfändet. Man spricht daher auch von einem Wertpapierdarlehen.

Oft werden in diesem Zusammenhang mehrere Begriffe gleichsam verwendet: Lombard– oder Effektenkredit, seltener auch Effektenlombardkredit. Doch gibt es zwischen diesen Begriffen Unterschiede? Ja, die gibt es! Betrachten wir zur genaueren Unterscheidung einmal kurz deren Definition:

  • Ein Effektenkredit ist ein Darlehen auf Basis von hinterlegten Wertpapieren wie Aktien und Anleihen, mit dem alleinigen Zweck, weitere Wertpapiere zu kaufen.

  • Ein Lombardkredit hingegen nutzt zwar auch die vorhandenen Wertpapiere als Sicherheit, Sie können aber frei über den erhaltenen Kreditbetrag verfügen. In der allgemeinen Sprache wird die Bedeutung dieser Begriffe aber gleichgesetzt und bezeichnen die Beleihung des eigenen Depots für den Kauf weiterer Wertpapiere.

Gut zu wissen Icon

Gut zu wissen: Ein Wertpapierkredit wird manchmal als Kontokorrentkredit bezeichnet – vor allem, wenn er wie ein Dispo automatisch gewährt wird und flexibel für neue Wertpapierkäufe einsetzbar ist.

Vorteile

  • Zusätzliche Liquidität mit eigenen Wertpapieren, ohne diese verkaufen zu müssen

  • Oft nicht zweckgebunden

  • Keine festen Laufzeiten

  • Rückzahlung nach eigenem Ermessen

  • Relativ günstige Zinssätze

  • Bei positiver Portfolioentwicklung steigt auch der Kreditrahmen

Nachteile

  • Aktuelle Kredithöhe schwankt mit den Kurswerten der hinterlegten Aktien

  • Zinsen können bei Kurseinbrüchen erhöht werden

  • Bank kann zum Ausgleich selbstständig beliehene Wertpapiere verkaufen oder den gesamten Kredit kündigen

  • Lombardkredit birgt also höheres Risiko als etwa ein Ratenkredit

  • Bei langer Nutzung können Zinszahlungen teurer sein als bei einem Ratenkredit

Wofür wird ein Kredit auf Wertpapiere genutzt?

Das kurzfristig verfügbare Geld ist oft nicht zweckgebunden und kann daher für eine Reihe von Einsätzen verwendet werden.

In den meisten Fällen wird ein Lombardkredit aber für weitere Wertpapierkäufe über das eigene Kapital hinaus genutzt. Das hat auch seine Gründe:

  • Bestandsaktien müssen nicht verkauft werden, um zusätzliche Liquidität zu erhalten

  • Ist die ausgezahlte Rendite der so erworbenen Aktien größer als der anfallende Sollzins, sind die Aktien praktisch geschenkt

  • Auch ein auszahlender ETF-Sparplan lässt sich so einrichten

  • Sie nutzen eine Form von Hebeleffekt, bei dem potenzielle Gewinne (und auch Verluste) vervielfacht werden

  • Der Kredit wird als hinterlegte Margin bei Derivaten und als Puffer bei Kursschwankungen von Hebelprodukten genutzt

Daneben kann ein Wertpapierdarlehen auch dafür genutzt werden, andere beliebige Anschaffungen zu tätigen. Etwa im Notfall, um finanzielle Engpässe zu überwinden oder um andere Güter anzuschaffen.

Diese Kosten fallen bei einem Effektenkredit an

Im Gegensatz zu anderen Kreditformen, wie dem Ratenkredit, sind die Gebühren bei einem Wertpapierkredit überschaubar.

Kostenpunkte wie Bereitstellungsentgelte oder Bearbeitungsgebühren fallen nicht an. Lediglich ein variabler Sollzins wird berechnet, der alle Kosten abdeckt und monatlich bzw. quartalsweise auf Ihr Konto verbucht wird.

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Besonders praktisch: Zinsen fallen nur für den genutzten Betrag an. Ihre Depotbank stellt einen Kreditrahmen bereit, den Sie flexibel nutzen können, was die Kosten überschaubar hält.

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Hinweis: Trotz günstiger Zinsen kann ein Wertpapierkredit teuer werden, wenn er über längere Zeit genutzt wird. Vergleichen Sie Alternativen wie Raten- oder Rahmenkredite mit festen Laufzeiten.

Effektenlombardkredit: So erfolgt die Rückzahlung

Einen Wertpapierkredit zahlen Sie nicht in vorher festgelegten Raten ab. Sobald Sie einen Effektenlombardkredit in Anspruch nehmen, werden Ihnen nachträglich jeden Monat bzw. jedes Quartal Zinsen auf das erhaltene Geld berechnet. Diese werden Ihrem Konto belastet und Sie können selbst frei entscheiden, wann und in welcher Höhe Sie Rückzahlungen vornehmen.

Einen Kontokorrentkredit können Sie nicht überziehen. Erreichen Sie das Kreditlimit (durch Kurseinbrüche oder Investitionen), müssen Sie Geld nachzahlen oder einzelne Wertpapiere für einen Ausgleich verkaufen. Kommen Sie dem nicht rechtzeitig nach, hat Ihr Onlinebroker das Recht, selbstständig einzelne Positionen für den finanziellen Ausgleich zu schließen oder gar den Kreditvertrag zu kündigen.

Ein Lombard– oder Effektenkredit hingegen kann bei einigen Banken sogar überzogen werden. Dann allerdings fallen hohe zusätzliche Zinsen an.

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Hinweis: Bei Depotübertrag oder Depotwechsel müssen Sie den Wertpapierkredit zurückzahlen. Für einzelne beliehene Papiere genügt meist ein formloses Schreiben – das Kreditlimit wird angepasst.

Aktien auf Kredit kaufen: So geht es!

Um überhaupt einen Lombardkredit nutzen zu können, müssen einige Grundvoraussetzungen erfüllt sein. Diese sind:

  • ein Depot mit Aktien und anderen Assets

  • die beleihbaren Wertpapiere müssen einen Mindestwert erreichen

  • ein Broker, der grundsätzlich Wertpapierkredite vergibt

Sind all diese Punkte bei Ihnen gegeben, können Sie einen Wertpapierkredit in Anspruch nehmen. Für die Inanspruchnahme stehen zwei Möglichkeiten zur Verfügung:

  • 1. Möglichkeit: Ihrem Depot wurde ein Kontokorrentkredit – ähnlich einem Dispo bei Girokonten – bei der Kontoeröffnung eingeräumt. In diesem Fall müssen Sie keinen weiteren Antrag stellen, sondern können mit weiteren Wertpapierkäufen, die Ihr Kontoguthaben übersteigen, diesen Kreditrahmen automatisch nutzen.

  • 2. Möglichkeit: Sie wollen einen Effekten– bzw. Lombardkredit nutzen. Für diesen müssen Sie einen Antrag bei Ihrer Depotbank stellen – dies muss meist schriftlich erfolgen, nur wenige Geldinstitute erlauben einen rein digitalen Antrag. Nach Eingang überprüft Ihr Depotanbieter alle Eingaben. Bei einem positiven Ergebnis können Sie bereits nach kurzer Zeit über den vertraglich bestimmten Kreditrahmen in Abhängigkeit zum Beleihungswert verfügen.

Die tatsächlich nutzbare Kredithöhe wird mit dem Beleihungswert bestimmt. Dieser beträgt je nach Asset- und Risikoklasse bis zu 90 % des aktuellen Kurswertes eines Wertpapiers.

Ihr individueller Kreditrahmen wird also auf Basis Ihrer vorhandenen Wertpapiere bestimmt – und ändert sich aufgrund von täglichen Kursschwankungen auch ständig.

Sofern keine Zweckbindung besteht, können Sie den erhaltenen Kredit nun beliebig einsetzen. Auch beliebige Tilgungen oder die volle Ausschöpfung sind möglich.

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Achtung: Wertpapiere schwanken im Kurs. Fällt der Kurswert, sinkt die Sicherheit – die Bank kann dann höhere Zinsen verlangen.

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Tipp: Nutzen Sie Ihren Wertpapierkredit nur zur Hälfte. So minimieren Sie das Risiko von Nachzahlungen oder Wertpapierverkäufen bei Kursverlusten und vermeiden Überziehungszinsen.

Der Beleihungswert beim Wertpapierdarlehen: Das steckt dahinter

Der Beleihungswert ist das Herzstück zur Bestimmung des tatsächlichen Kreditrahmens. Er ist ein prozentualer Wert und für jede Assetklasse und bei jedem Broker anders. Grundsätzlich gilt dabei:

  • Der Beleihungswert bezieht sich auf den Kurswert oder den Rückgabepreis

  • Seine genaue Höhe ist abhängig von Assetklasse, Risiko und Nationalität

  • Er ist höher bei konservativen und niedriger bei risikoreichen Wertpapieren

  • Inländische Werte werden meist höher beliehen (etwa DAX-Werte)

Einen 100%igen Beleihungswert gibt es aktuell nicht. Sie erhalten also nicht den vollen Kurswert Ihrer Wertpapiere als Kreditrahmen, sondern nur einen Anteil davon. Die Beleihungssätze sind meist wie folgt:

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Auf Basis der Beleihungswerte für Ihre im Portfolio befindlichen Wertpapiere wird dann Ihr persönlicher Lombardkredit berechnet.

Der Beleihungswert: Ein Rechenbeispiel

Wollen Sie Ihren potenziellen Lombardkredit berechnen, ist das ganz leicht. Nehmen wir an, Sie besitzen nur inländische Aktien bzw. Hauptwerte und Ihre Depotbank bietet einen Beleihungswert von 60 % auf ebendiese Wertpapiere.

Somit ergibt sich folgende Rechnung:

  • Aktuelle Kurswerte (summiert): 25.000 EUR

  • Beleihungswert: 60 %

  • Gewährter Kreditrahmen: 15.000 EUR

Etwas komplizierter wird es bei einem Lombardkredit auf ein gemischtes Portfolio. Nehmen wir an, Sie besitzen einige DAX-Werte, deutsche Staatsanleihen, Optionen und Immobilien-Fonds:

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Fazit

Ein Wertpapierkredit ist eine sehr gute Möglichkeit, um schnell und unkompliziert den eigenen finanziellen Handlungsspielraum zu erhöhen.

Dabei besitzt diese Kreditform einige Vorteile: Sie profitieren von niedrigen Zinssätzen, es fallen keine zusätzlichen Kosten an, Sie zahlen nur Sollzinsen auf den ausgeschöpften Kreditrahmen und Sie können vollkommen frei über die Nutzung und Rückzahlungen entscheiden.

Allerdings ist der Kreditrahmen variabel und hängt von den aktuellen Kurswerten Ihrer hinterlegten Wertpapiere ab.

Ein kluges Finanzmanagement, bei dem Sie nicht den vollen Kreditbetrag nutzen und nur notwendige Investitionen tätigen, schützt Sie vor Überziehungszinsen, Nachzahlungen oder Zwangsverkäufen.

FAQ

Was ist ein Wertpapierkredit?

Lohnt sich ein Lombardkredit?

Welche Wertpapiere können beliehen werden?

Werden einzelne Wertpapiere oder das gesamte Depot beliehen?

Gibt es beim Wertpapierkredit eine feste Laufzeit?

Wie nehme ich einen Effektenkredit in Anspruch?

Ist mein Lombardkredit zweckgebunden?

Kann ich einen Effektenkredit überziehen?

Wie hoch ist der Kreditrahmen bei einem Wertpapierkredit?

Muss ich Tilgungsraten für meinen Wertpapierkredit zahlen?

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Wertpapierkredite eröffnen zusätzliche Handlungsspielräume – aber nicht ohne Risiko. Haben Sie bereits Erfahrungen mit einem Kredit auf Depotbasis gemacht? Teilen Sie Ihre Einschätzung mit anderen Anlegern!

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Ich bin Alessia Pewnew und beschäftige mich leidenschaftlich gern mit Geldanlage, Wertpapieren und Depotstrategien. Auf Aktiendepot24.net teile ich mein Wissen, um Finanzthemen einfach und verständlich zu erklären – ehrlich, unabhängig und mit einem Blick für das Wesentliche.